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Gestaltung altersgerechter Lebenswelten (GAL)

Hintergrund

Der vom Land Niedersachsen finanzierte Forschungsverbund »Gestaltung altersgerechter Lebenswelten« (GAL) hat im Jahr 2008 seine Arbeit aufgenommen. Entwickelt und erprobt werden IT-basierte, altersgerechte Assistenzsysteme für ein gesundes und unabhängiges Leben. Unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Remmers ist die Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück mit einem Teilprojekt Partner des Forschungsverbundes. Das Gesamtvolumen beträgt ca. 5,3 Mio. Euro.

Allein in Deutschland werden im Jahr 2030 voraussichtlich mehr als 28 Millionen Menschen 60 Jahre und älter sein. Menschen in höherem Alter bilden die Bevölkerungsgruppe, die in den nächsten Jahren am stärksten wachsen wird - bei stetig sinkender Geburtenrate. Intelligente IT-Systeme spielen für Unabhängigkeit, Gesundheit und Pflege daher eine immer wichtigere Rolle.

Der Forschungsverbund trägt den Untertitel »Informations- und Kommunikationstechnik zur Gewinnung und Aufrechterhaltung von Lebensqualität, Gesundheit und Selbstbestimmung in der zweiten Lebenshälfte«. Er wirft damit die Frage auf, wie neue Technologien die Lebensqualität im Alter verbessern können. An dem interdisziplinären Vorhaben sind Forscher aus den Bereichen Geriatrie (Altersheilkunde), Gerontologie (Alters- und Alternswissenschaft), Hörtechnik, Informatik, Ingenieurwissenschaften, Medizinische Informatik, Ökonomie, Pflegewissenschaft, Psychologie und Rehabilitationspädagogik beteiligt.

Gemeinsam werden die Forscher in fünf Jahren exemplarisch anhand von drei konkreten Anwendungsszenarien assistierende Technologien für Haushalte entwickeln. Ein Beispiel: Die sensorbasierte Sturzprävention und -erkennung. Der Sturz ist eine der häufigsten Ursachen für die Einschränkung der Unabhängigkeit von älteren Menschen. Die Forscher möchten erreichen, dass zum einen bei Stürzen in der Wohnung auch bei Bewusstlosigkeit zuverlässig ein Notruf abgesetzt wird. Zum anderen soll eine Sturzgefährdung des Bewohners kontinuierlich erfasst werden, so dass bei Bedarf eingegriffen werden kann, bevor es zum Sturz kommt.

Die Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück ist auf mehreren Ebenen in das Gesamtprojekt eingebunden: Zunächst werden über Nutzer-, Angehörigen- und Expertenbefragungen Anforderungs- und Bedarfsanalysen für die Entwicklung von computergestützten Assistenzsystemen in der häuslichen Versorgung erstellt. »An der Entwicklung beteiligt sich die Pflegewissenschaft durch Bereitstellung professionsspezifischer Auswertungskriterien computerbasiert gewonnener Daten der häuslichen Versorgung sowie durch Einbindung entsprechender Daten in pflegespezifische Assessment- und Dokumentationsverfahren«, erläutert Prof. Remmers.

Schließlich nimmt die Arbeitsgruppe vor dem Hintergrund der gewonnen Erkenntnisse sowie eines eigens weiterentwickelten Instruments zur Personen-Umfeld-Analyse eine pflegewissenschaftliche Bewertung des Projektvorhabens vor. »Ich freue mich sehr, dass die mit den neuen Technologien verbundenen Herausforderungen vor allem für die Pflegeberufe von unserer Arbeitsgruppe zum ersten Male in Deutschland auf hoch kompetenter interdisziplinärer Basis untersucht werden können«, so der Osnabrücker Pflegewissenschaftler.

Das von der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen unter dem Vorsitz des renommierten Altersforscher Prof. Andreas Kruse (Universität Heidelberg) begutachtete Projekt hat im Oktober 2008 begonnen und läuft über fünf Jahre. Koordiniert wird das Projekt von dem Oldenburger Informatikinstitut OFFIS. Weitere Informationen zu GAL finden sich im Internet unter www.altersgerechte-lebenswelten.de

Ziel

Ziel des Niedersächsischen Forschungsverbunds zur Gestaltung altersgerechter Lebenswelten (GAL) ist es,

  • neue Verfahren der Informations- und Kommunikationstechnik für altersgerechte Lebenswelten zu identifizieren, weiterzuentwickeln und zu evaluieren (inhaltliche Zielsetzung) sowie
  • die einschlägigen niedersächsischen Forschungseinrichtungen in die Lage zu versetzen, sich federführend an größeren nationalen oder internationalen Forschungsvorhaben zu dieser Thematik beteiligen zu können (forschungsstategische Zielsetzung).

Konsortium

  • Technische Universität Braunschweig (Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik, Institut für Betriebssysteme und Rechnerverbund, Institut für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik)
  • Medizinische Hochschule Hannover (Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik)
  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Institut für Sonderpädagogik, Prävention und Rehabilitation)
  • Kompetenzzentrum HörTech gGmbH Oldenburg
  • OFFIS – Institut für Informatik Oldenburg
  • Universität Osnabrück (Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft)
  • Hochschule Vechta (Zentrum Altern und Gesellschaft)
  • Universität Jena (Abteilung Differentielle und Persönlichkeitspsychologie am Institut für Psychologie)
  • Humboldt-Universität Berlin (Forschungsgruppe Geriatrie der Charité)

Die den Forschungsverbund GAL tragenden Einrichtungen arbeiten seit mehreren Jahren mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung auf den Gebieten Alter und Technik und sind jeweils zu wichtigen und für GAL relevanten Themen hervorragend ausgewiesen. Sie haben festgestellt, dass es zur Stärkung der nationalen und internationalen Wettbewerbsfähigkeit wichtig ist, diese Forschungskompetenz gemeinsam auszubauen und zu bündeln. Dies entspricht auch den Empfehlungen des Gutachtergremiums der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen.