Institut für Gesundheitsforschung und Bildung (IGB)

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Wie verändern digitale Technologien den Arbeitsalltag in der Pflege?

Gutachten der Abteilung Pflegewissenschaft erstellt Überblick sowie Systematisierung und liefert Anwendungsbeispiele

Auch die Pflegearbeit verändert sich durch neue Technologien und die Digitalisierung. Doch was gibt es für technische Errungenschaften, die in der Pflegepraxis eingesetzt werden? Im Auftrag der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) hat die Abteilung Pflegewissenschaft ein Gutachten erstellt, das zeigt, welche digitalen Technologien heute verwendet werden und welche zukünftig von Bedeutung sein könnten. Im Projekt GuDiT (Digitale Technologien für die Pflege) wurden nach einem ersten Auswahlverfahren 30 digitale Technologien genauer unter die Lupe genommen und Handlungsempfehlungen für deren Nutzung in der Pflege gegeben. Darüber hinaus beschreibt das Gutachten, für welche Zielgruppen eine digitale Anwendung geeignet ist.

Die verschiedenen Kategorien „Professionelle Zusammenarbeit“, „Steuerung und Verwaltung“, „Wissenserwerb und -weitergabe“, „Unterstützung körpernaher Pflege“ und „Interaktion und Beziehung“ erleichtern eine Beschreibung und Systematisierung der überaus unterschiedlichen Technologien.

Die zugrundeliegenden Daten wurden mittels Recherchen im Internet, Interviews mit Technikanbieterinnen und -anbietern (Technologiefirmen, Vertriebsorganisationen) sowie in einem Workshop mit Expertinnen und Experten aus dem Themenfeld „Pflege und Digitalisierung“ gesammelt. Nach diesen Erhebungen konnten exemplarisch die folgenden Anwendungen den jeweiligen Kategorien zugeordnet und kriteriengeleitet beschrieben werden:

Professionelle Zusammenarbeit

• Patient/-innenportale und Pflegeportale • Elektronische Patient/-innenakten (ePA) • IKT-Telepflege/Digitale Videosprechstunden

Steuerung und Verwaltung

• Digitales Patient/-innenmanagement • Hausnotruf und GPS-Ortung • Hausnotrufsysteme mit Telemedizin • Dokumentation mit Spracheingabe • Asset Tracking, RFID (Radio-Frequency Identification) und IoT (Internet of Things) • Digitale Teammeetings • Digitale Organisationsentwicklung und digitales Coaching • Digitale Dienst- und Tourenplanung • Intelligente Software für Tourenplanung • Digitale Pflegedokumentation

Wissenserwerb und -weitergabe

• Skills Lab • Digitale Teammeetings • Mobile E-Learning Software

Unterstützung körpernaher Pflege

• Exoskelett aktiv, passiv • Intelligentes Besteck • Digitale Sturzprophylaxe und -erkennung (sensorgestützt) • Digitale Personenortungs- und Lokalisierungssysteme (GPS-gestützt) • Intelligente
Inkontinenzprodukte • Intelligente Matratzen • Intelligente Pflaster • Sensor-Alarmtrittmatte • Bettkantensensor • Serviceroboter

Interaktion und Beziehung

• Soziale Roboter • Mobiler Aktivitätstisch

Neben der Identifizierung und Beschreibung in Entwicklung stehender sowie bereits zum Einsatz kommender Technologien war es Ziel des Projektes, verschiedene Technologien im Einsatz in der Praxis zu zeigen. Dazu wurden beispielhaft Filme produziert, die hier mit Klick auf die Bilder angesehen werden können. Ergänzende Hinweise zum Einsatz von Puppen, wie im Video zum Klangkissen finden sich hier. Das Gutachten wurde vom Fachbereich Arbeit und Gesundheit der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) in Auftrag gegeben.

Die Arbeitsgruppe Arbeitsgestaltung bei personenbezogenen Dienstleistungen beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen bei personenbezogenen Dienstleistungen wie der Pflegearbeit. Ein detaillierter Bericht über die Inhalte des Gutachtens erscheint in der nächsten Ausgabe der baua kompakt. Hier wird es zudem umfassende Beschreibungen der 30 ausgewählten Technologien geben.

Auch auf einem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie stellen Mitarbeitende der Abteilung Pflegewissenschaft in Kürze die Ergebnisse im Rahmen eines Vortrags vor.

Hand, die Ortungssystem mit Smartfon im Auto bedient

Ortungssysteme für Menschen mit Demenz – ein ethisches Dilemma?

Verschaffen Ortungssysteme für Menschen mit Demenz den Betroffenen und Pflegenden Freiheit oder sind sie ein Überwachungsinstrumentarium, welches ethisch nicht vertretbar ist?

Die Zahl an Demenzkranken steigt stetig, der demografische Wandel tut sein Übriges. Viele an Demenz Erkrankte bilden eine so genannte Hinlauftendenz aus, dass bedeutet, sie haben einen großen Bewegungsdrang und wollen häufig irgendwohin. Oft verlaufen sich Betroffene und versetzen Angehörige oder professionell Pflegende in Sorge und bringen sich selbst in Gefahr. Ein Ortungssystem könnte hier helfen. Doch ist der praktische Nutzen für die informell oder professionell Pflegenden moralisch vertretbar? Eine schwierige Entscheidung zwischen Fürsorge- und Obhutspflicht sowie Freiheitsrechten muss gefällt werden.

Aus diesem Grund beschäftigten sich die Zukunftsdiskurse der Universität Göttingen mit der Frage, ob die Nutzung dieser Technik vertretbar ist. Werden dadurch die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen verletzt, ist die Entlastung von An- und Zugehörigen sowie professionell Pflegenden wichtiger und sind diese Positionen tatsächlich immer in Konkurrenz zueinander? Das Format Zukunftsdiskurse erörtert gesellschaftlich relevante Fragestellungen im Dialog zwischen Zivilgesellschaft und Wissenschaft.

In einem Bürgerforum, welches Teil des Online-Beteiligungsprojektes „Unser Gesundheitswesen von morgen: Digitalisierung – Künstliche Intelligenz – Diversität“ ist, wurde an insgesamt fünf Terminen über das polarisierende Thema diskutiert. Um eine Entscheidungsgrundlage mit möglichst viel Wissen zu ermöglichen, referierten Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft wie Dr. Herlind Megges (BMFSFJ), Prof. Dr. Arne Manzeschke (Evangelische Hochschule Nürnberg) und Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler (Universität Osnabrück) zu Chancen, Risiken und Nutzen des Einsatzes von Ortungstechnologien und standen für Fragen zur Verfügung. Bürger*innen werden immer häufiger in derlei Entscheidungsprozesse einbezogen, denn sie sind es, die ggf. als informell oder professionell Pflegende oder Angehörige im Alltag mit Fragen dieser Art konfrontiert sind.

Die Teilnehmenden konnten sich auf eine Handlungsempfehlung einigen, die im Anschluss an Organisationen aus Gesundheitswesen und Technikentwicklung übergeben wurde und hier einzusehen ist. In dem zugehörigen Video wird die Entscheidungsfindung des Bürgerforums erläutert: Mit den Handlungsempfehlungen wird der  Einsatz von Ortungssystemen für Menschen mit Demenz unter dem Gebot der Freiwilligkeit insgesamt befürwortet.

Die Abschlussveranstaltung der Zukunftsdiskurse „Unser Gesundheitswesen von morgen: Digitalisierung – Künstliche Intelligenz – Diversität“ findet am 27.09.2022 von 19:30 Uhr bis 20:30 Uhr online statt. Interessierte können sich bei Sabrina Krohm oder unter diesem Link anmelden.

Portrait von Stephan Harms

"Wir brauchen gute Lehrkräfte, weil wir gute Pflegekräfte brauchen!"

Interview mit Absolvent Stephan Harms, Studiendirektor am Studienseminar Hannover

Was haben Sie vor dem Studium gemacht?
Als ich das Studium in Osnabrück begonnen habe, war ich 36 Jahre alt und hatte bereits zehn Jahre in verschiedenen Bereichen der praktischen Pflege und zuletzt neun Jahre in einer Krankenpflegeschule als Lehrer für Pflegeberufe gearbeitet.
Die Arbeit in der Krankenpflegeschule hat mir Spaß gemacht, dennoch hatte ich das Gefühl, mit der Weiterbildung zur Lehrkraft nur „Lehrer zweiter Klasse“ zu sein. Ich wollte mein pflegewissenschaftliches und pädagogisches Wissen erweitern und vor allem wollte ich, wie andere Lehrer*innen auch, eine vollständige zweiphasige Lehramtsausbildung, mit Studium und Vorbereitungsdienst, absolvieren. Das Studium und der Vorbereitungsdienst sind für mich wichtige Schritte der Professionalisierung unseres Berufes.

Gab es bestimmte Gründe für das Studium in Osnabrück?
Ehrlich gesagt, kam ich mir mit 36 Jahren schon ein wenig alt für ein Studium vor und hatte Zweifel, ob ich den Anforderungen genügen würde.
Um einen für mich geeigneten Studienplatz zu bekommen, hatte ich mehrere Beratungstermine an verschiedenen Universitäten. Ich kann mich gut an den Beratungstermin an der Universität Osnabrück im Juni 2005 erinnern. Die Beratung bei Herrn Prof. Hülsken-Giesler, damals als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, war derart überzeugend, dass ich fest entschlossen war, in Osnabrück mein Studium zu beginnen. Die klare Organisation des Studiums und die lange Erfahrung der Universität Osnabrück mit dem pflegewissenschaftlichen Lehramtsstudium waren für mich dabei ausschlaggebend.

Wie fanden Sie das Studium in Osnabrück?
Die Studienzeit in Osnabrück war für mich eine der besten Zeiten in meinem Berufsleben! Der Satz mag ein wenig abgedroschen klingen, aber so ist es nun mal. Dass die Studienzeit für mich so positiv war, lag zum einen daran, dass ich wunderbare Kommilitonen hatte, mit denen z. T. noch heute Kontakt besteht. Zum anderen lag es daran, dass mich das Studium perfekt auf den beruflichen Alltag als Lehrkraft vorbereitet hat. Wenn ich heute als Lehrer an der BBS Neustadt am Rübenberge Ethik oder das Thema Pflegewissenschaft unterrichte, kann ich immer noch auf Wissensbestände und Unterlagen meines Studiums zurückgreifen. Das Studium hat ein stabiles theoretisches Fundament gelegt, von dem ich noch heute profitiere.

Was haben Sie nach dem Studium gemacht? / Was machen Sie aktuell?
Nach Abschluss meines Studiums habe ich mein Referendariat am Studienseminar Hannover absolviert. Zwar hatte ich schon Unterrichtserfahrungen aus meiner Tätigkeit an der Krankenpflegeschule und aus den schulpraktischen Studien an der Universität, doch erst im Referendariat habe ich so richtig verstanden, wie man handlungsorientierten Unterricht schüler*innen-aktiv plant und durchführt. Am Studienseminar hatte ich hervorragende Fachleitungen. Die Schauermärchen, die man gelegentlich über den Vorbereitungsdienst hört, kann ich in keiner Weise bestätigen.
Nachdem ich mehrere Jahre als Lehrkraft an der BBS Neustadt am Rübenberge, unter anderem als Bildungsgangsleiter für die Altenpflege und Pflegeassistenz, gearbeitet hatte, wurde die Stelle der Fachleitung für Pflegewissenschaft am Studienseminar Hannover frei. Die Aussicht, angehende Lehrkräfte auszubilden, hat mich sehr gereizt, so dass ich mich sofort bewarb. Nun bin ich seit 2016 Fachleiter für die berufliche Fachrichtung Pflegewissenschaft und bereite Referendare und Quereinsteiger*innen auf den schulischen Alltag vor. Im Rahmen meiner Tätigkeit als Fachleiter habe ich noch heute intensive Verbindungen zur Universität Osnabrück. So führen wir in der Vor- und Nachbereitung der schulpraktischen Studien Informationsveranstaltungen durch und arbeiten derzeit an der Frage, wie eine engere Verknüpfung zwischen der ersten und zweiten Phase der Lehramtsausbildung aussehen könnte.

Was motiviert Sie zu Ihrer Arbeit?
Die Ausbildung von angehenden Lehrkräften liegt mir besonders am Herzen. Ich treffe hier auf motivierte und engagierte Kolleg*innen, die das Unterrichten und die Arbeit mit Schüler*innen aus verschiedenen Bildungsgängen lernen möchten. In der Arbeit als Fachleiter kann ich nicht nur meine Erfahrungen weitergeben, sondern lerne auch selbst immer wieder Neues dazu! Es motiviert mich sehr, wenn ich sehe, wie die neue Generation von Lehrkräften ihre Freude an der Pflege zeigt und wie es ihr gelingt, Lernenden bei deren Kompetenzentwicklung zu unterstützen. Wir brauchen gute Lehrkräfte, weil wir gute Pflegekräfte brauchen!

Stephan Harms
Studiendirektor
Fachleiter für die berufliche Fachrichtung Pflegewissenschaften am Studienseminar Hannover für das Lehramt an berufsbildenden Schulen
Für weitere Informationen nutzen Sie gerne den folgenden Link:
https://www.seminar-h-lbs.de/seminarveranstaltungen-pflegewissenschaften.html

Neues Projekt: Gemeinsam sorgen bei fortgeschrittenem Brustkrebs (Gesi-BK)

Digitale Vernetzung und Unterstützung für pflegende An- und Zugehörige von an Brustkrebs erkrankten Menschen in der letzten Lebensphase

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung von Frauen, auch Männer erkranken – jährlich versterben etwa 17.840 Menschen. Doch nicht nur die erkrankte Person ist davon betroffen, sondern auch ein ganzes Netzwerk aus nahestehenden Menschen. Erkrankte werden bei zunehmender gesundheitlicher Verschlechterung vor allem von Familienmitgliedern, Partner*innen, Nachbar*innen oder Arbeitskolleg*innen, zunehmend aber auch durch umfassendere Sorgegemeinschaften begleitet.

An- und Zugehörige benötigen Unterstützung

Diese Menschen stehen im Fokus des neuen Projektes der Abteilung Pflegewissenschaft, denn ihr Wohlbefinden und ihre Lebensqualität sind durch die Pflege der Erkrankten stark beeinträchtigt und auch sie benötigen Hilfe. Die Diagnose trifft sie meist mitten im Leben und die Krankheit schreitet schnell voran. Das bedeutet wenig Zeit, um sich auf die oftmals belastenden Umstände vorzubereiten. Da Frauen den Großteil der Erkrankten ausmachen, gibt es auf Seite der An- und Zugehörigen sehr viele Männer – eine Besonderheit, denn meist pflegen sonst Frauen. Wie kann man die An- und Zugehörigen und weitere helfende Akteure erreichen und unterstützen? Ein digital gestütztes Anwendungsprogramm kann viele Möglichkeiten und Vorteile bieten: Es ist von überall und zu jeder Zeit erreichbar – egal ob Stadt oder Land, Tag oder Nacht. So ist es möglich auf die unterschiedlichen Lebensumstände der An- und Zugehörigen einzugehen, egal ob sie berentet, berufstätig oder in der Schule sind. Die Hemmschwelle zur Nutzung ist niedrig und Betroffene sind es gewohnt, Informationen digital zu beziehen und sich auf diesem Weg auszutauschen, da sie zumeist verhältnismäßig jung sind.

Eine sorgende Gemeinschaft bilden

Viele An- und Zugehörige wissen nicht um die Angebote, die es für sie gibt. Das Projekt Gesi-BK möchte bereits bestehende regionale und kommunale Unterstützungsangebote mit den digitalen Möglichkeiten der Vernetzung und Entlastung verbinden, um tragfähige Sorgegemeinschaften auch über größere Entfernungen hinweg zu ermöglichen und dauerhaft sicherzustellen. Pflegende An- und Zugehörige von an Brustkrebs erkrankten Menschen sollen darüber neue Möglichkeiten erhalten, ihre Erfahrungen auszutauschen und Verständnis für die eigene Situation und die der anderen beteiligten Akteure zu entwickeln. Das Gesi-BK-Angebot wird wichtige Informationen in gut verständlicher Form über verschiedene Medien bereitstellen und einen Austausch ermöglichen. Über beispielsweise Kurzfilme, Tonbeiträge und weitere kreative Angebote wird die Auseinandersetzung mit dem jeweils besonderen Krankheitsverlauf, dem Umgang mit Kranken- und Pflegekassen, den Arbeitgebenden oder dem schulischen Umfeld von beteiligten Kindern gefördert. Gesi-BK begleitet bei der Aufrechterhaltung des Alltagslebens, der Bewältigung von krankheitsspezifischen Herausforderungen und der Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens. Bei bisher vorhandenen digitalen Angeboten werden die besonderen Bedürfnisse von An- und Zugehörigen und ihren Sorgegemeinschaften bislang nur selten berücksichtigt. Gesi-BK will an bestehende Sorgengemeinschaftsangebote anschließen und diese mit passenden digitalen Angeboten verbinden und um neue technische Möglichkeiten erweitern.

Zusammen mit den Menschen forschen und nicht über sie

Im Projekt Gesi-BK werden die Menschen zu Wort kommen, um die es geht. Um herauszufinden, was digitale Unterstützungsangebote genau beinhalten sollten und wie diese aufzubereiten sind, werden in der ersten Phase des Projektes die Zielgruppen (An- und Zugehörige, bestehende Sorgegemeinschaften) in die Entwicklung einbezogen. Sie wissen am besten, was ihnen weiterhelfen würde. Über Einzel- und Gruppenbefragungen und kreative Zusammenarbeit sollen Erfahrungen dazu gesammelt werden. Diese Erkenntnisse sollen erweitert und mit Blick auf neue, technisch gestützte Austauschmöglichkeiten gemeinsam mit allen Beteiligen diskutiert werden. Diese werden dann in einen passgenauen Ansatz für die Umsetzungsphase des Projektes überführt.

Für sich selbst sorgen

Ein wichtiges Ziel von Gesi-BK besteht darin, An- und Zugehörige zur Selbstfürsorge zu ermutigen. Ihre Lebensqualität steht im Mittelpunkt, kommt aber auch den erkrankten Menschen zugute, wenn sie ihre Psyche stabilisieren und für sich sorgen. So entsteht ein umfassendes Angebot, welches leicht zugänglich in jedem Stadium der Sorgearbeit genutzt werden kann – von der Diagnose bis zum Weiterleben nach dem Tod der erkrankten Person. In der zweiten Phase des Projektes werden die Inhalte dann – wiederum in enger Zusammenarbeit mit späteren Nutzer*innen, Akteur*innen aus Sorgegemeinschaften und Technikpartnern – in einem einfach zu bedienenden Anwendungsprogramm zusammengetragen und technisch umgesetzt.

Vielfältige Erfahrung und breite Zusammenarbeit

Die Abteilung Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück koordiniert das Projekt Gesi-BK. Die Abteilung hat bereits viel zum Thema Technikeinsatz in der Pflege geforscht und bringt vielfältige Erfahrungen zur Zusammenarbeit mit Sorgenetzwerken und der Arbeit mit An- und Zugehörigen in die Projektarbeit ein. Das Brustkrebszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) arbeitet als Projektpartner schon sehr lange mit krebserkrankten Menschen und ihren Angehörigen zusammen und weiß, wie Sorgegemeinschaften nachhaltig aufgebaut werden können. Das Projekt wird durch das BMBF im Rahmen der Förderlinie Technologiegestützte Innovationen für Sorgegemeinschaften zur Verbesserung von Lebensqualität und Gesundheit informell Pflegender gefördert. 

Mal eben nach dem Rechten sehen

Robotisches Assistenzsystem für Pflegebedürftige im eigenen Zuhause MORPHIA geht in die nächste Testphase

In der Förderlinie Robotische Systeme für die Pflege werden seit 2020 Robotiken für die Pflege entwickelt. MORPHIA ist ein robotisches Assistenzsystem, welches unterschiedliche Aufgaben von der Videotelefonie mit dem Sorgenetzwerk einer pflegebedürftigen Person bis zum Anlegen eines digitalen Einkaufszettels übernimmt. Nach zweijähriger Projektlaufzeit und der ersten Erprobung im Feld letzten Sommer, beginnt nun eine weitere Iterationsphase, in der das robotische System MORPHIA in der Praxis getestet wird. In der Entwicklung des robotischen Systems wechseln sich stets Phasen der Erprobung mit Phasen der Evaluation ab. Schritt für Schritt fließen die Bedürfnisse der Nutzenden in die Entwicklung ein und es wird abermals getestet, ob die entsprechenden Neuerungen das System nutzerfreundlicher gemacht haben. Dazu dienen Interviews mit allen Beteiligten im Anschluss an die Testphasen. Auf diesem Weg fließen die Wünsche und Bedarfe von Pflegebedürftigen und dem Sorgenetzwerk stetig in die Entwicklung ein.

Mehrere Probanden teils mit Pflegebedarf testen in der nächsten Phase, wie MORPHIA ihnen im Alltag behilflich sein kann. Eine weitere Forschungsfrage ist, wie sich die Kommunikation mit dem Sorgenetzwerk durch den Roboter verändert. Das Sorgenetzwerk besteht in diesem Fall aus mindestens drei Bezugspersonen der Familie oder dem engeren Bekanntenkreis. Während die pflegebedürftige Person die Robotik zu Hause nutzt, installieren die Teilnehmenden aus dem Sorgenetzwerk eine App auf ihrem eigenen Smartphone, die ihnen ermöglicht, über die Robotik mit dem Angehörigen in Kontakt zu treten. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass gerade in der Coronazeit die Möglichkeit zur Videotelefonie dankbar angenommen wurde, denn so konnten Pflegebedürftige zu Hause mit ihren Angehörigen in Kontakt bleiben. Weitere Anwendungsmöglichkeiten könnten beispielsweise im Lösen praktischer Probleme im Haushalt liegen: Wäre ein Sender am Radio verstellt oder würde der Siphon an der Spüle lecken, könnte die in den Roboter eingebaute Kamera dem Angehörigen am Smartphone das Problem aufzeigen, der dann der pflegebedürftigen Person zur Seite steht oder weitere Schritte einleitet, in dem z. B. ein Handwerker beauftragt wird.

Mal kurz in der Wohnung des Pflegebedürftigen nach dem Rechten zu sehen, kann mit MORPHIA digital stattfinden. Diese Anwendungen wurden nach den in den Interviews geäußerten Bedarfen um eine neue Funktion erweitert: eine weitere Kamera mit einem hochauflösenden Dokumentenscanner. Damit kann ein Angehöriger einen Brief der Bank oder von der Versicherung mitlesen und bei auftauchenden Fragen und Unklarheiten helfen oder sich mit dem Arztbrief über den Gesundheitszustand des Angehörigen informieren und sich darauf einstellen. Auch eine Transportfunktion für Kleinigkeiten, wie einer Tasse oder einem Frühstücksbrettchen, die vielleicht jemand mit Krücken nicht übernehmen kann, wurde eingebaut.

Neben diesen ganz praktischen Aufgaben erledigt MORPHIA aber auch Organisatorisches über einen digitalen Kalender. Wann stehen Arztbesuche an, wann kommt die Reinigungskraft oder Angehörige zu Besuch. Für Einkäufe lassen sich digitale Einkaufszettel anlegen, welche vom Sorgenetzwerk eingesehen und eventuell schon auf dem Weg erledigt werden können.

Zudem begrüßt es neuerdings bei Tagesbeginn mit einem „Guten Morgen“ und, wenn es sich abends auf den Weg zur Ladestation macht, verabschiedet es sich und wünscht eine „Gute Nacht“ – ein nicht zu unterschätzender vertrauensbildender Akt. Außerdem erinnert er regelmäßig daran, zu trinken. Der Roboter steht so lange auf der Ladestation, bis ein Anruf aus dem Netzwerk kommt, dann fährt er eigenständig zur pflegebedürftigen Person. Diese kann ihn ebenso bei Bedarf per Fernbedienung rufen.

Bevor MORPHIA vielleicht irgendwann auf den Markt kommt, in dieser oder einer anderen Form, sind noch viele Fragen zu beantworten, zum Beispiel die der Finanzierung. Kann die Robotik geleast werden, übernehmen Kostenträger die Finanzierung oder gibt es sie auf Rezept von der Krankenkasse bezahlt? Hier werden so genannte „Business Cases“ durchgespielt und die Branche genau analysiert. Auch die Frage danach, wer den technischen Support übernimmt, muss beantwortet werden. Dabei gilt es auch Rechtliches zu berücksichtigen, wie beispielsweise den Datenschutz und ethische Aspekte. Wenn alle Antworten vorliegen, könnte MORPHIA zukünftig seinen Teil dazu beitragen, dass Pflegebedürftige so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen können.

Das vom BMBF geförderte Projekt MORPHIA wird koordiniert von der Technischen Universität Ilmenau und in Zusammenarbeit mit der MetraLabs GmbH, YOUSE GmbH, CIBEK technology + trading GmbH, SIBIS GmbH, AWO AJS gGmbH (Regionalverbund Ilmenau) und der Universität Osnabrück durchgeführt. MORPHIA ist Teil der Förderlinie Robotische Systeme für die Pflege mit dem wissenschaftlichen Begleitprojekt BeBeRobot.

Die digitale Transformation der Pflege

Wer keine Gelegenheit hatte beim Symposium „Die digitale Transformation der Pflege“ am 18.11.2021 dabei zu sein, kann hier die Präsentationen und Diskussionen nochmal anschauen. Im Eröffnungstalk dabei waren Fabian Langenbruch (Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Digitalisierung und Arbeitswelt), Dr. Marlen Melzer (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) und Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler.

Konsens unter den Diskutierenden gab es darüber, dass eine gelingende Digitalisierung nur gemeinsam mit allen Beteiligten umgesetzt werden kann. Es sind Reflexionsräume nötig, um die Technik sinnvoll zu implementieren. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass dieser Prozess Zeit in Anspruch nimmt, die es in der Pflege selten gibt.

Das Symposium wurde veranstaltet vom Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen.

Übergabe-Podcast
Pflege digital – wie soll das gehen?

Live im Podcast im Zukunftsforum des GesundheitsCampus Osnabrück im Rahmen der Digitalen Woche: Stephanie Raudies, Koordinatorin für Pflege-Projekte bei der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. und Prof. Dr. phil. Manfred Hülsken-Giesler, Direktor des IGB. Beide stehen Rede und Antwort, welche Chancen Digitalisierung für die Pflege birgt und wo die Herausforderungen liegen.

Stephanie Raudies koordiniert u. a. das Projekt AdaMeKoR im Rahmen der BMBF-Förderlinie Robotische Systeme für die Pflege, Manfred Hülsken-Giesler leitet u. a. das Wissenschaftliche Begleitprojekt zu dieser BMBF-Förderlinie.
Die komplette Veranstaltung ist als Youtube-Video oder auch als Podcast der Reihe Übergabe zugänglich.

Was die Digitalisierung angeht, befinden wir uns heute noch in einer Lern- und Experimentierphase, stellt Manfred Hülsken-Giesler fest. Eine Schwierigkeit, pflegerisches Handeln in digitale Prozesse zu übersetzen, liege darin, dass Pflegearbeit nur begrenzt zu operationalisieren sei. Die pflegerische Arbeit aus stetiger zwischenmenschlicher Interaktion entzieht sich in weiten Teilen dem Grad an Formalisierung, die für eine weitreichende Digitalisierung erforderlich ist und lässt sich somit nicht eins zu eins in Daten übersetzen. Hier sind Pflegewissenschaft, Pflegeinformatik und Informatik gefragt, um sinnvolle Lösungen für die Pflege zu entwickeln, die qualitativ gehaltvolles pflegerisches Handeln nicht deformieren oder behindern.

Stephanie Raudies sieht eine Chance in der Digitalisierung: Sie könne Pflegende soweit entlasten, dass wieder mehr Zeit für die Fürsorge da sei. Am Beispiel der Telepflege erklärt sie die Vorteile für die ambulanten Dienste. So kann zum Beispiel ein weiter Anfahrtsweg zur Überwachung der Medikamenteneinnahme einer Pflegebedürftigen dadurch eingespart werden. Doch sie betont gleichzeitig, dass die Technik Pflegekräften und Pflegeempfangenden nicht einfach übergestülpt werden darf, sondern gemeinsam mit ihnen an den Erfordernissen der komplexen Arbeit in der Pflege ausgerichtet wird. Hülsken-Giesler betont, dass entscheidend sei, wie in den Einrichtungen der Pflege mit evtl. eingesparter Zeit umgegangen wird, ob also sichergestellt werden könne, dass diese Zeit tatsächlich einer Verbesserung der Pflegequalität zugutekomme. Eine Entscheidungsfreiheit zur Nutzung digitaler Angebote, ob beispielsweise Pflegeempfangende Telepflege in Anspruch nehmen wollen oder doch lieber eine Pflegefachperson vorbeischauen soll, sehen beide als zentral an. Stephanie Raudies merkt allerdings an, dass Deutschland im Vergleich zu beispielsweise den skandinavischen Ländern noch weit von einer flächendeckenden Versorgung mit guter digitaler Infrastruktur entfernt sei. Manchmal kann der technisch versierte Rentner im Krankenhaus die Fotos seiner Enkel nicht anschauen, weil das Netz zu schlecht ist – dort gäbe es Nachholbedarf.

Bisherige Innovationen aus dem Bereich der Digitalisierung kommen hauptsächlich der Verwaltung und dem Controlling zu Gute und fokussieren stark auf Effizienzsteigerung in der Pflege. Nun sollte es beiden zufolge darum gehen, die Bedürfnisse und Perspektiven der Pflege einzubringen. Die Bewertung erfolgreicher Digitalisierung (der Pflege) ist in Hülsken-Gieslers Augen nicht in erster Linie an technischen Fortschritten zu bemessen, sondern daran, ob technische Neuerungen soziale Innovationen vorantreiben können. Nicht zu vergessen sei dabei, dass Digitalisierung auch immer von bestimmten Interessen geleitet wird. Deshalb ist die grundlegende Frage, was gute Pflege kennzeichnet und was Technik dazu beitragen kann.

Diese Frage betrifft jedoch nicht nur die Pflegebranche, denn dazu, wie wir als Gesellschaft in Zukunft mit Pflegebedürftigen umgehen wollen, sollten sich alle eine Meinung bilden. Wie wollen wir unsere Gesellschaft in den nächsten Jahrzehnten weiterentwickeln und wie möchten wir zukünftig zusammenleben? Diesen Aushandlungsprozess gelte es gesamtgesellschaftlich anzuregen. Vom Grundschulkind, dessen Großeltern im Pflegeheim sind, über die Pflegefachperson in der Ausbildung bis in die Politik.

Die Pflege ist dabei gefordert, ihre Belange zu formulieren und ihre Expertise einzubringen. Die Schulung dieser Sprachfähigkeit ist gleichzeitig ein Bildungsauftrag – in der Ausbildung von Pflegefachpersonen sowie in der gesamten Gesellschaft.

Die Zukunftsprognose der beiden: In 10 Jahren werden verschiedene Möglichkeiten der Telemedizin und -pflege genutzt und weiter ausgebaut. Damit sich diese Entwicklung an den Interessen der Pflege ausrichtet, appelliert Stephanie Raudies an alle Pflegekräfte, sich an der Forschung zu beteiligen, beispielsweise in Umfragen oder Expert*inneninterviews, um der Pflege eine Stimme zu geben. Manfred Hülsken-Giesler setzt darauf, dass beruflich Pflegende und insgesamt Bürgerinnen und Bürger zunehmend digitale Souveränität ausbilden, und damit eigenverantwortlich darüber entscheiden, welche digitalen Möglichkeit sie nutzen und welche nicht, denn es liegt an uns, wie wir Technik die sicherlich auch zukünftig reichlich entwickelt und bereitgestellt wird, für unsere Belange einsetzen.

Von der Universität Osnabrück an die Charité

Absolventin Simone Campos Silva lehrt in Bachelor- und Masterstudiengängen, arbeitet in einem internationalen Forschungsprojekt mit und schreibt ihre Dissertation. Hier berichtet sie von ihrem Werdegang und welcher Tätigkeit sie jetzt in Berlin nachgeht.

Was haben Sie vor dem Studium gemacht?
Vor meinem Studium an der Universität Osnabrück im Studiengang berufliche Bildung Pflegewissenschaft mit den Nebenfächern Biologie und Englisch, habe ich zunächst mein Abitur an einem allgemeinbildenden Gymnasium absolviert und nach einem Auslandsjahr die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin begonnen. Nachdem ich ein wenig als Gesundheits- und Krankenpflegerin gearbeitet habe, hatte ich das Bedürfnis mich weiterzubilden, weshalb ich mich für ein Studium entschieden habe.

Warum haben Sie bei uns studiert? Gab es bestimmte Gründe für das Studium in Osnabrück?
Während meiner Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin hat eine meiner Lehrerinnen mich immer wieder darauf angesprochen, ob ich mir nicht vorstellen könnte, Lehrerin für Pflegeberufe zu werden. Zu der Zeit war dies etwas, was ich mir nicht vorstellen konnte. Nachdem ich jedoch etwas Berufserfahrung gesammelt hatte und nach Weiterbildungsmöglichkeiten Ausschau hielt, kamen mir die Aussagen meiner Lehrerin immer wieder in den Kopf. Meine Lehrerin hat in Osnabrück studiert und immer wieder positiv über ihr Studium berichtet. Das war ein Grund weshalb ich mich ebenfalls über die Studienmöglichkeiten an der Universität Osnabrück informiert habe. Da ich mir jedoch unsicher hinsichtlich der Aussichten auf einen Studienplatz war, habe ich mich zusätzlich auch an weiteren Universitäten beworben. Mein Favorit war jedoch die Universität Osnabrück mit dem Studiengang berufliche Bildung Pflegewissenschaft, weshalb ich mich sehr gefreut habe als ich im August 2015 eine Zusage erhalten habe.

Wie hat Ihnen das Studium in Osnabrück gefallen?
Mir hat mein Studium an der Universität Osnabrück sehr viel Freude bereitet. Selbstverständlich gab es – wie vermutlich in jedem Studium – auch sehr stressige und anstrengende Phasen. Prüfungsphasen mit zahlreichen Klausuren, Hausarbeiten und Gruppenarbeiten gut unter einen Hut zu bringen, war manchmal herausfordernd – nichtsdestotrotz hat es immer geklappt.
Besonders gut hat mir gefallen, dass die Studienkohorte eine Größe von 30-40 Studierenden hat. Somit kannte ich nach kurzer Zeit alle meine Kommiliton*innen aus dem Studiengang Pflegewissenschaft und die meisten von uns haben fünf Jahre lang gemeinsam den Bachelor und den Master mit allen Veranstaltungen und Seminaren studiert, sodass wir als Gruppe zusammengewachsen sind. Das ist gerade im Vergleich zum Studium in den allgemeinbildenden Fächern – bei mir Biologie und Englisch mit Kohortengrößen bis zu 200 Studierenden – ein sehr großer Unterschied, denn dort kannte ich nur sehr wenige meiner Kommiliton*innen persönlich. Diese relativ kleinen Studierendengruppen in der Pflegewissenschaft hatten nicht nur den Vorteil des persönlichen Austauschs unter uns Studierenden, auch mit den Dozierenden sind wir so im engen Austausch gewesen, da diese uns mit Namen kannten. Ich habe dies immer als sehr positiv, wertschätzend und bereichernd wahrgenommen.
Inhaltlich hat das Studium die Bereiche Pflegewissenschaft, Pflegedidaktik, Berufs- und Wirtschaftspädagogik und ein allgemeinbildendes Unterrichtsfach abgebildet. Einerseits war es natürlich schwierig, alle Veranstaltungen aus den verschiedenen Bereichen im Semesterplan zu integrieren, denn es kam immer wieder auch zu zeitlichen Überschneidungen einzelner Veranstaltungen. Guter Austausch mit den Dozierenden und auch den Komilliton*innen war hier ganz besonders gefragt. Nichtsdestotrotz hat mir die thematische Vielfalt der zahlreichen verschiedenen Bereiche immer sehr gefallen. Ein höheres Angebot an Wahlfächern hätte ich mir vom Studium gewünscht.
Während des Studiums gab es zwei praktische Studienphasen, in denen wir Studierende praktische Erfahrungen an Schulen sammeln konnten. Gerade diese praktischen Erfahrungen empfand ich als besonders wertvoll, wenngleich ich diese Phasen gerne verlängert hätte.
Ich habe während meines Studiums ebenfalls als studentische Hilfskraft in der studentischen Fachstudienberatung Pflegewissenschaft gearbeitet, was mir sehr gute Einblicke in die Arbeit am Institut verschafft hat.

Möchten Sie etwas besonders hervorheben?
Aus meiner Sicht hat mir das Studium ganz besondere Freundschaften geschenkt. Durch zahlreiche Gruppenarbeiten während des Studiums sind wir in den fünf Jahren sehr eng zusammengewachsen und haben uns sehr gut kennengelernt. Diese kleine Gruppe an Menschen wird mich hoffentlich im Verlauf meines Lebens noch lange weiterbegleiten, da wir wunderschöne als auch schwierige Momente gemeinsam erlebt haben.
Außerdem hat mir die Arbeit in der Fachschaft sehr viel Freude bereitet. Vor allem die Beteiligung an der Ersti-Woche, um neue Studierende zu begrüßen und beim Start des Studiums zu unterstützen, bleibt mir in sehr positiver Erinnerung.

Was machen Sie aktuell?
Ich arbeite momentan am Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft an der Charité Universitätsmedizin Berlin. Dort bin ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt. Dies beinhaltet, dass ich in der Lehre in Bachelor und Master Studiengängen eingesetzt bin, in einem internationalen Forschungsprojekt mitarbeite und ebenfalls an meiner Dissertation arbeite.

Wie sind Sie dazu gekommen?
Ich habe mich auf eine Stellenausschreibung des Instituts für Gesundheits- und Pflegewissenschaft der Charité beworben und wurde eingestellt.

Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer jetzigen Tätigkeit?
Das was ich jetzt mache, tue ich aus zweierlei Gründen. Einerseits möchte ich mich selbst weiterentwickeln und noch vieles lernen. Andererseits bin ich der Meinung, dass es für die Pflege in Deutschland noch viel Entwicklungspotential gibt und ich habe die (evtl. naive) Vorstellung, dass ich durch Arbeit in der Wissenschaft hier einen Beitrag leisten kann…

Konnten Sie Erkenntnisse aus dem Studium in Ihrer weiteren beruflichen Laufbahn nutzen?
Ja, die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens und wissenschaftlichen Schreibens, kritische Bewertung von Studien, Kennenlernen verschiedener Forschungsmethoden, Projektarbeiten etc. sind für meine Arbeit im Forschungsprojekt sehr wertvoll. Selbstverständlich ist das Wissen aus dem Studium nur als Grundlagenwissen zu verstehen, aber gerade dieses bietet eine gute Basis für weiteres Aneignen. Die praktischen Studienphasen, sowie didaktische Seminare sind für die Lehre in den verschiedenen Studiengängen sehr hilfreich, um Seminare pädagogisch wertvoll vorzubereiten.

Ehemaliger Student, Stefan Heidkamp

Auf dem Weg zum Lehrer für Pflegeberufe

Stefan Heidkamp hat Pflegewissenschaft mit Zweitfach Informatik studiert. Im Interview berichtet er von seinem Studium an der Universität Osnabrück und davon, wie er seine Kenntnisse im Referendariat einsetzt.

Was haben Sie vor dem Studium gemacht?

Ich habe vor dem Studium das Abitur am beruflichen Gymnasium mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Pflege gemacht. Im Anschluss habe ich ein duales Studium im Bereich Pflege absolviert. Während des vierjährigen Programmes habe ich eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger und einen
Bachelorabschluss in Pflege erworben.

Warum haben Sie bei uns studiert? Gab es bestimmte Gründe für das Studium in Osnabrück?

Die Abteilung Pflegewissenschaft in Osnabrück hat Forschungsschwerpunkte, die mich interessiert haben. Hier ist insbesondere der Bereich Neue Technologien in Pflege und Gesundheit zu nennen. Zudem kannte ich Osnabrück, da ich im Rahmen des Dualen Studiums an der Hochschule Osnabrück studiert habe. Mir war es auch ein Anliegen, mein Lehramtsstudium in dem Bundesland zu absolvieren, in dem ich auch arbeiten möchte. Nicht zuletzt ist Osnabrück eine tolle Stadt für Studierende, die viele Möglichkeiten bietet.

Wie fanden Sie das Studium in Osnabrück?

Mir hat das Studium in Osnabrück viel Spaß bereitet. Die verschiedenen Schwerpunkte aus beruflicher Fachrichtung, allgemeinbildendem Unterrichtsfach und der Berufs- und Wirtschaftspädagogik haben für viel Abwechslung gesorgt, erfordern aber auch eine gewisse Flexibilität. Die relativ kleine Gruppengröße in der Pflegewissenschaft ermöglichte zudem eine angenehme Arbeitsatmosphäre.

Was machen Sie aktuell und sind Sie an Ihre aktuelle Position gekommen?

Aktuell bin ich Referendar an einer berufsbildenden Schule in Lüneburg, um meine Lehramtsausbildung abzuschließen. Die Stelle habe ich bekommen, da ich im Rahmen meines Masterpraktikums die Schule kennenlernen durfte. Während des Praktikums habe ich das Interesse geäußert, später an diese Schule zu kommen. Da einerseits das Praktikum positiv abgelaufen ist und andererseits meine Fächerkombination an der Schule gesucht wurde, hat die Schule meinem Wunsch entsprochen, dort das Referendariat zu absolvieren. Zudem hat mir die Schule bereits parallel zum Studium die Möglichkeit geboten, im Rahmen einer Nebenbeschäftigung zu unterrichten.

Was motiviert Sie zu Ihrer Arbeit?

Mich motiviert das gemeinsame Lernen mit den Schülerinnen und Schülern. Insbesondere die fachliche Abwechslung zwischen Pflege und Informatik sorgt dafür, dass ich viel Spaß an meiner Arbeit habe. Besonders motiviert es mich, wenn der von mir geplante Unterricht gut bei den Schülerinnen und Schülern ankommt und ich das Gefühl habe, dass sie etwas daraus mitnehmen konnten.
Auch die Arbeit im Kollegium bereitet mir Freude, da eine positive und konstruktive Stimmung im Team vorhanden ist.

Konnten Sie Erkenntnisse aus dem Studium in Ihrer weiteren beruflichen Laufbahn nutzen?

Ja, insbesondere systematisches und methodisches Vorgehen zur Unterrichtsvorbereitung und zum Teil auch inhaltliche Aspekte. Im Bereich Professionalisierung werden unterschiedliche Forschungsansätze und deren Bewertung, Pflegetheorien, Rechtsgrundlagen und pflegerische Aufgaben
behandelt, welche auch Inhalte des Studiums waren. Aus dem Bereich ästhetische Pflegebildung konnte ich auch schon methodische Impulse für meine Unterrichtsplanung nutzen. Methodisch im Kontext der Digitalisierung haben wir im Studium Lernpfade behandelt, diese habe ich im Digitalunterricht eingesetzt. Das Thema Digitalisierung wird im Informatik-Unterricht natürlich immer implizit mitgedacht z. B. bei der Pflegedokumentation. Wir schauen, welche technischen
Systeme in den Einrichtungen der Schüler*innen genutzt werden und diskutieren Vor- und Nachteile gegenüber klassischer Papierdokumentation. Vereinzelt, falls es thematisch passt, werden Themen wie der Einsatz von KI bei der Auswertung bildgebender Verfahren in der Medizin behandelt – so schwingt das Thema an verschiedenen Stellen mit.

Wie Werte in digital unterstützte Pflegepraxis und -lehre eingeschrieben werden

e_valuate! Tagung zu Gestaltungsspielräumen und Wertkonflikten in soziodigitalen Bewertungsinfrastrukturen mit interdisziplinärem Programm.

Digitale Technologien verändern unseren Alltag. Jeder Schritt ins Digitale wird von einer Werteinschreibung begleitet. Jeder Algorithmus und jede Programmierung geben eine bestimmte Richtung vor. Was bedeutet das für unsere Lebenswelt? Die vom Wissenschaftlichen Zentrum für Informationstechnik-Gestaltung (ITeG) der Universität Kassel in Kooperation mit der DGS-Sektion ›Wissenschafts- & Technikforschung‹ (WuT) und dem DFG-Netzwerk ›Auf dem Weg in die Bewertungsgesellschaft‹ veranstaltete zweitägige interdisziplinäre Tagung näherte sich diesen Fragen an.

Jonathan Behrens und Moritz Müller erläuterten in einem Vortrag anhand ihrer Forschung in verschiedenen Projekten der Abteilung Pflegewissenschaft, inwieweit das Konsequenzen für Pflegepraxis und -lehre hat. Anhand zweier Projekte mit unterschiedlichen Ausrichtungen, eines in der Entwicklung eines Learning Analytics-Ansatzes für die Pflegebildung (Projekt LernStandPD), das andere in der Entwicklung eines Roboterarms, der Pflegefachpersonen bei ihrer Arbeit unterstützt (Projekt AdaMeKoR), zeigten die beiden Vortragenden, dass es stets einer qualitativen Einbettung und Reflexion sowohl auf theoretischer wie auch auf umsetzungspraktischer Ebene bedarf, um technische sowie fachpraktische Eigenlogiken zusammenzubringen. Pflegearbeit ist gekennzeichnet durch stetige Interaktion mit dem Gegenüber und einer daraus resultierenden geringen Standardisierbarkeit. Bedürfnisse und Bedarfe sind individuell und situativ verschieden.

Steht dies einer Umsetzung in digitale Technologien im Wege? Wie lässt sich die Komplexität dieser Prozesse ins Digitale übertragen? Digitale Technologien sollten vor dem Hintergrund der Komplexität pflegerischen Handelns nicht vorschnell abgetan werden, sondern die methodischen und konzeptionellen Rahmenbedingungen eines legitimen Einsatzes bestimmt werden. So kann ein Mixed-Methods-Design, welches qualitative und quantitative Methoden kombiniert, gekoppelt mit interdisziplinären Betrachtungen ein Ansatz sein, um der Vielschichtigkeit Rechnung zu tragen.

Anhand beider Projekte wurde gezeigt, wie wichtig es ist, Werteinschreibungen im Einsatz von digitalen Technologien in Zusammenhängen der Pflegewissenschaft, Pflegepraxis und Pflegebildung zu analysieren und zu reflektieren, denn Technik dient als Wahrnehmungs- und Handlungsvermittlung und es liegt in unseren Händen, wie wir sie gestalten.

„Wir brauchen eine Vorstellung der Pflege von Morgen“ Manfred Hülsken-Giesler eröffnet 16. Bremer Pflegekongress

Vom 4. bis 6. Mai 2022 fand der Doppelkongress aus Bremer Pflegekongress und Deutschem Wundkongress mit insgesamt 3.076 Pflegenden, Ärztinnen und Ärzten, Mitarbeitenden der Gesundheitsbranche sowie Wissenschaftler*innen statt. Institutsdirektor Manfred Hülsken-Giesler hielt nach den Begrüßungsworten der Bremer Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard den Eröffnungsvortrag.

Darin ging es um Selbstbestimmung und Innovation in der Pflege. Er betonte, dass selbstbestimmte Pflege nicht bedeutet, dass die Pflege über sich selbst bestimmt, sondern darum, ihre Belange mit guten fachlichen Gründen zu fundieren. Die Situation der Pflege verdeutlichte er anhand der Veränderung des Pflegebegriffs vom Dienst am Nächsten, der von der Antike bis ins 19. Jahrhundert vorherrschte, über den Pflegebegriff im sozialstaatlichen Pflegesystem bis in die heutige Zeit, in der die Pflege dem Diktat der Wirtschaftlichkeit unterliegt.

Im Zuge dessen kritisierte er, dass es derzeit keine konsistente gesellschaftliche Vorstellung für die Pflegearbeit von Morgen gibt. Dieser Aufgabe müsse man sich stellen. So lieferte der Beitrag einen guten Ausblick auf den Stand der derzeitigen gesundheitspolitischen und ethischen Diskussion, auf die der Kongress Bezug nahm. Ein weiteres Beispiel dafür lieferten auch die Ergebnisse der bundesweiten Studie „Ich pflege wieder, wenn…“, die im Rahmen des Bremer Pflegekongresses vorgestellt wurden. Die zentrale Erkenntnis: Viele ehemalige Pflegekräfte können sich vorstellen in die Pflege zurückzukehren, wenn denn verschiedene Bedingungen erfüllt werden. Neben verlässlichen Arbeitszeiten ist dies auch eine bessere Personalausstattung. So wurden auf dem Kongress viele wichtige Fragestellungen aufgeworfen und diskutiert und damit ein Schritt in die richtige Richtung gemacht.

DEWU Deutscher Wundkongress und Bremer Pflegekongress entstanden einst in kleinem Rahmen von Bremer Initiator*innen und entwickelten sich im Laufe der Jahre zur einer der wichtigsten Plattformen für Wundexpert*innen, Mediziner*innen sowie Mitarbeitenden aus der pflegerischen und medizinischen Praxis.

Schon mal vormerken: Der nächste DEWU Deutsche Wundkongress & Bremer Pflegekongress findet vom 10. - 12. Mai 2023 in Bremen statt. Abstracts können schon in Kürze eingereicht werden.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Promotionskolloquium gestartet

Vor kurzem fand in der Abteilung Pflegewissenschaft das erste Promotionskolloquium unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler statt. Zuvor lag diese Verantwortung in den Händen von Herrn Prof. Dr. Hartmut Remmers, der inzwischen emeritiert ist. 

In regelmäßigen Abständen treffen sich wissenschaftliche Mitarbeitende aus der Abteilung Pflegewissenschaft, aber auch externe Promovendinnen und Promovenden, um sich über ihre Fragestellungen, das theoretische und methodische Vorgehen sowie Ergebnisse und Interpretationen zu auszutauschen und zu diskutieren und dabei gegenseitig von Erfahrungen und Expertisen der Beteiligten zu profitieren.

Auch Forschungsergebnisse werden im Zuge der Treffen vorgestellt und besprochen. In der Publikationsreihe ›Pflegewissenschaft und Pflegebildung‹ (V&R unipress) wurden bereits einige Dissertationsschriften aus der Abteilung Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück veröffentlicht. Erfahrungen ehemaliger Promovierender lesen Sie hier. Ein Einstieg in die Runde ist jederzeit möglich. Weitere Informationen und Termine erhalten Sie bei Frau Dr. Sara Marquard.

Studiengang Pflegewissenschaft akkreditiert

Der Akkreditierungsrat hat den neuen Curricula für die Bachelor- und  Masterstudiengänge Lehramt Pflegewissenschaft formal zugestimmt.  An der Universität Osnabrück bilden wir die Lehrerinnen und Lehrer für  Pflegeberufe von morgen aus – professionell, modern und zukunftsorientiert.
Evidenzbasierte Pflege, Professionalisierung und Qualifikationsmix, digitaler  Wandel, ethische Herausforderungen und viele weitere aktuelle Themen stehen  in der universitären Ausbildung auf der Tagesordnung, damit die Lehrenden von  morgen ihre Auszubildenden gut auf ihre verantwortungsvollen und sich  verändernden Tätigkeiten vorbereiten können.
Den Flyer zum Studium finden Sie hier.

Robotisch unterstützte Mobilisation im Praxistest

Bei 3-tägiger vor-Ort-Studie in Oldenburg lassen sich Pflegefachpersonen von Roboterarmen bei der Arbeit helfen. Forschende des Projekts Adamekor gewinnen damit Erkenntnisse darüber, wie die von ihnen entwickelte Robotik Pflegefachpersonen bei der Mobilisation von Patient*innen unterstützen kann.

Die Abteilung Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück begleitet die technische Entwicklung der Robotik kontinuierlich mit pflegewissenschaftlicher und ethischer Expertise und steht im Zuge dessen mit allen technischen-, arbeitswissenschaftlichen- sowie Praxispartner*innen im steten Austausch.

Zur systematischen ethischen Einschätzung und Bewertung der Pflegesituation werden in enger Zusammenarbeit mit dem Begleitprojekt der Förderlinie Robotische Systeme für die Pflege pflegewissenschaftliche Kriterien entwickelt, die eine fundierte Begründung für die Anwendung- oder Nichtanwendung der Technik ermöglichen.

Nach langer Zeit im Homeoffice mit Videokonferenzen und viereckigen Augen vorm Monitor konnten kürzlich Forschungsergebnisse in einer vor Ort Studie in Oldenburg getestet werden. Die drei Tage im Labor von Prof. Dr.-Ing. Andreas Hein, der die Abteilung Assistenzsysteme und Medizintechnik an der Universität Oldenburg leitet, dienten dazu, die robotisch unterstützte Mobilisation in der Praxis zu testen. Daran beteiligten sich Pflegefachpersonen aus langzeit-, akutstationärer und ambulanter Pflege, die neben großem Interesse auch trotz anfänglicher Skepsis viel Offenheit und Geduld bei der Erprobung der Technik mitbrachten. Ziel ist es schließlich, ihnen in der Zukunft die Arbeit zu erleichtern, indem der Roboterarm sie bei ihren alltäglichen Aufgaben unterstützt. Bei der Mobilisation von Patient*innen ist mitunter viel Kraft nötig, einen Teil dieser könnte die Robotik leisten und damit zum Beispiel den Rücken der Pflegefachperson entlasten.
In Zusammenarbeit mit Kinaesthetics Deutschland wurde vorab ein fachlich fundiertes Bewegungskonzept entwickelt, welches besonderes Augenmerk auf die körperliche Entlastung von Pflegefachpersonen legt. Um den Effekt der Robotik im Einsatz festzustellen, wurden neben der Aufzeichnung über Bodenkraftmessplatten die Pflegefachpersonen mit EMG-Sensoren (Elektromyografie) ausgestattet, um ihre Muskelspannung zu messen. Verschiedene Kameras dokumentierten indes genau ihre Bewegungsabläufe.

Die Proband*innengruppe aus Pflegefachpersonen machten sich nach erster Kinästhetik-Auffrischung an die Mobilisation im Pflegelabor. In einer zweiten Schulungsrunde wurde die Mobilisation mit zwei Personen geübt und im Anschluss im Pflegelabor durchgeführt, wobei die zweite Person vom Roboterarm ersetzt wurde. Aus versicherungstechnischen Gründen wurden die Mobilisationen im Pflegelabor allerdings mit einer Pflegepuppe durchgeführt. Gerade in der ambulanten Pflege ist selten eine zweite Pflegekraft mit dabei, um bei der körperlich anstrengenden Mobilisation zu unterstützen. Diese Lücke kann der Roboterarm in der Zukunft vielleicht füllen.

Auch Teilnehmende ohne Erfahrung mit Robotik konnten Hemmschwellen überspringen und ihre Skepsis gegenüber dem Einsatz von dieser Technik in der Pflege abbauen. Nun heißt es Fragebögen auszuwerten und weitere Entwicklungen auf dem Weg in die Anwendung im Pflegealltag anzuschieben. „Die Erprobung der Technik von Menschen, die in der unmittelbaren Versorgungspraxis arbeiten, war aus pflegepraktischer, pflegewissenschaftlicher und technischer Sicht ein wichtiger Schritt und insbesondere nach allen Widrigkeiten durch die Corona-Pandemie ein für das Projekt bereichernd,“ resümiert Jonathan Behrens, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt.

Das vom BMBF geförderte Projekt Adamekor wird koordiniert von der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. in Zusammenarbeit mit der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, Bremen und der Universität Osnabrück.
Adamekor ist Teil der Förderlinie Robotische Systeme für die Pflege.

Gezeichnet sein: Fortgeschrittener Brustkrebs und Körpererleben

Dissertationsschrift zur Bedeutung körperlicher Veränderungen und leiblichen Erlebens von Frauen in der letzten Lebensphase in der Publikationsreihe Pflegewissenschaft und Pflegebildung erschienen.
Mit ihrer qualitativen Studie hat Sara Marquard differenziert und empirisch belastbar untersucht, wie Frauen mit einer fortgeschrittenen Brustkrebserkrankung ihre körperlichen Beeinträchtigungen erleben. Das zentrale Phänomen Gezeichnet sein im Handlungs- und Interaktionsmodell zeigt sich bei allen Frauen in einem veränderten Aussehen, spürbaren Veränderungen sowie einem zunehmenden körperlichen Verfall.

Der in der Reihe Pflegewissenschaft und Pflegebildung veröffentlichte Band fokussiert Probleme und Gestaltungsspielräume des Körpererlebens in der letzten Lebensphase einer Brustkrebserkrankung und widmet sich dabei der Notwendigkeit einer Reflexionskompetenz der onkologisch und palliativ-tätigen Pflegenden sowie einer innovativen und selbstkritischen klinischen Pflegewissenschaft und
Forschung im Kontext von Palliative Care.

Forschung auf Augenhöhe – Bürger*innen werden Teil wissenschaftlicher Projekte

Unter dem Stichwort Partizipation beteiligt das BMBF fortan Bürger*innen bei Auswahl und Begleitung von Projekten. Sie sollen transparent am wissenschaftlichen Prozess teilhaben, denn Forschung soll schließlich der Gesellschaft dienen.

Doch wie sieht das genau aus?

Am 15. und 16. März hat der VDI/VDE in seiner Rolle als Projektträger sowie Dienstleistungs- und Beratungsunternehmens des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zum Kennenlerntreffen des Bürgerbeirats „Informell Pflegende“ eingeladen. Alle Projekte, die unter dem Förderschwerpunkt Technologiegestützte Innovationen für Sorgegemeinschaften zur Verbesserung von Lebensqualität und Gesundheit informell Pflegender laufen, kamen zusammen.

Die Universität Osnabrück, Abteilung Pflegewissenschaft, ist mit dem Projekt „Gemeinsam sorgen bei fortgeschrittenem Brustkrebs (Gesi-BK)“ vertreten. Dabei wird gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover geforscht. Ziel ist es, eine digital gestützte Anwendung, beispielsweise eine App zu entwickeln, die An- und Zugehörige brustkrebserkrankter Frauen in der letzten Lebensphase bestmöglich vernetzt und ihnen Wege aufzeigt, welche Hilfsangebote und Austauschmöglichkeiten es für sie gibt und wie diese nutzen können.

Jedem Projekt, wurde ein Bürgerbeirat aus zwei Vertreter*innen aus der Gesellschaft zur Seite gestellt, welcher über das Forschungsvorhaben genau im Bilde ist und über den geförderten Zeitraum in engem Austausch mit den Wissenschaftler*innen steht.

Nach einer Begrüßung und Einführung durch den Projektträger VDI/VDE und des BMBF haben sich die einzelnen Projekte und die mitwirkenden Bürgerbeiräte vorgestellt. Der anschließende Austausch in Kleingruppen beantwortete noch offene Fragen der Bürgerbeiräte und zeigte zudem das große Interesse der Bürger*innen sich in den Prozess einzubringen.

Das Projekt beginnt im Juli.

Die studentischen Hilfskräfte an ihren Laptops, darüber und darunter die Farben der Universität, rot und gelb.

Danke für die Mitarbeit

Studentische Mitarbeiter*innen sind im regelmäßigen Austausch und liefern einen wichtigen Beitrag für die Arbeit des IGBs.

Unser Team wird stetig von einer ganzen Reihe tatkräftigen studentischen
Mitarbeitenden unterstützt. Von der Fachstudienberatung, über die Mitarbeit in
Forschungsprojekten bis zum Content Management der Website und der EDV-
Begleitung sind ganz unterschiedliche Tätigkeiten dabei. Wir freuen uns stetig
über Interessierte an der Mitarbeit.

Bei Interesse beantwortet Sara Marquard Fragen zur Tätigkeit.

Die Zeichnung eines roten Autos stellvertretend für die ambulante Pflege.

Projekt GesaP - Gesundheitsorientierter Personaleinsatz in der ambulanten Pflege

Wie kann in ambulanten Pflegediensten ein gesundheitsorientierter Personaleinsatz realisiert werden? Vorbereitende Arbeiten für ein Modellprojekt gemeinsam mit der Hochschule Osnabrück und der
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Die gesellschaftliche Bedeutung von ambulanter Pflege ist hoch und wird in der Zukunft noch steigen. In den nächsten Jahrzehnten wird es immer mehr pflegebedürftige Personen geben, die aller Voraussicht nach so lange wie möglich, trotz multimorbider und komplexer Erkrankungen, zu Hause gepflegt werden möchten. Da nicht ausreichend stationäre Langzeitpflegeplätze zur Verfügung stehen, ist die ambulante Pflege zudem eher realisierbar. Die Arbeitsplätze in der ambulanten Pflege nehmen gegenwärtig stetig zu und doch zeigt sich in den letzten Jahren, dass eine ambulante Versorgung längst nicht mehr überall flächendeckend gewährleistet werden kann. Die Anbieter*innen wachsen nicht schnell genug. Ein wesentlicher limitierender Faktor ist dabei das Personal.
In dem Modellprojekt im Auftrag der BWG in Zusammenarbeit mit der Hochschule Osnabrück soll ein Personaleinsatz in der Praxis erforscht werden, der es Mitarbeiter*innen von ambulanten Pflegediensten ermöglicht, ein gesundheitsorientiertes, qualitätsorientiertes und wirtschaftlich nachhaltiges Arbeitsleben zu führen. Die halbjährige Forschungsperiode dient zur Erstellung eines Projektplans zur Durchführung eines Modellprojekts zur Realisierung eines gesundheitsorientierten Personaleinsatzes in der ambulanten Pflege. Ziel ist eine inhaltliche Projektskizze zum gesundheitsorientierten Personaleinsatz für die ambulante Pflege. Gesundheit wird entsprechend dem Projektverständnis (in Anlehnung an das vorausgegangene GePAG-Projekt) als Grundvoraussetzung von Arbeit betrachtet.

Ein aus geometrischen Flächen aufgebautes Gesicht.

Wie Robotik die Pflege verändert

Studierende des Masterstudiengangs Lehramt an berufsbildenden Schulen produzieren als Szenarioprozess imaginäres Video-Interview zum Thema 30 Jahre robotische Systeme in der Pflege.

Das Video entstand als Projektarbeit zum Szenarioprozess im Rahmen des Seminars "Projektseminar Teil I und Teil II" im Sommersemester 2021 und Wintersemester 2021/2022 unter der Leitung von Prof. Dr. Hülsken-Giesler und Dominic Seefeldt im Masterstudiengang Lehramt an berufsbildenden Schulen im Hauptfach Pflegewissenschaft an der Universität Osnabrück. Der Szenarioprozess beschäftigt sich hauptsächlich mit der Zukunftsforschung zu Robotik in der Pflege. Entsprechend dazu entwickelten Kim Baumgart, Elena Behlmann, Laura-Marie Gunst-Freier und Kristine Holstein ein imaginäres Video-Interview, um einen Rückblick in die letzten 30 Jahre bezüglich robotischer Systeme für die Pflege zu geben. Die darin sprechenden Charaktere wurden frei erfunden und dienen lediglich der Informationsweitergabe. Die Video- und Tonaufnahmen sowie der Schnitt erfolge im ILTHOS (interprofessional lab of teaching and learning for health and human services - Osnabrück) im Gebäude 93 mit freundlicher Unterstützung von Frau Michels.

Der Text wurde uns von den Studierenden zur Verfügung gestellt – vielen Dank dafür.

BeBeRobot Logo

Fachtag „Robotische Systeme für die Pflege“ am 10. und 11.02.2022

Seit November 2019 koordiniert die Universität Osnabrück das wissenschaftliche Begleitprojekt BeBeRobot der BMBF-Förderlinie „Robotische Systeme für die Pflege“.
Die Aufgaben des Begleitprojektes bestehen insbesondere darin, die Verbundprojekte der Förderlinie zu vernetzen und Bewertungsmöglichkeiten für den Einsatz von robotischen Systemen bei pflegebedürftigen Menschen, pflegenden Angehörigen sowie professionellen Pflegekräften zu Hause, in Pflegeheimen oder Krankenhäusern zu entwickeln und für Einrichtungen der Pflege bereitzustellen (näheres dazu siehe www.pflege-und-robotik.de). Diese Arbeiten erfolgen in Zusammenarbeit der wissenschaftlichen Partnern Universität Osnabrück (Pflegewissenschaft), SIBIS-Institut Berlin, Universität Siegen, OFFIS-Institut Oldenburg und Deutscher Caritasverbandes interdisziplinär aus technischer, pflege- und sozialwissenschaftlicher sowie ethischer Perspektive.

Das Wissenschaftliche Begleitprojekt BeBeRobot richtet vom 10.02.2022 bis 11.02.2022 den zweiten Fachtag „Robotische Systeme für die Pflege“ als onlinegestützte Veranstaltung aus. Mit dem Fachtag werden Zwischenergebnisse der Projektverbünde der BMBF-Förderlinie „Robotische Systeme für die Pflege“ präsentiert. Die Projektverbünde stellen in diesem Zusammenhang den technischen Stand pflegespezifischer Robotik sowie Zwischenergebnisse aus begleitenden Evaluationsstudien zu Robotik im praktischen pflegerischen Einsatz vor. Nachdem der erste Fachtag „Robotische Systeme für die Pflege“ in 2021 den Themenschwerpunkt auf pflegewissenschaftliche Aspekte gelegt hat (https://www.pflege-und-robotik.de/fachsymposium/), stehen bei diesem zweiten Fachtag Themen aus der HCI (Human Computer Interaction) und der CSCW (Computer Supported Cooperative Work) im Mittelpunkt. Ein zweiter, nichtöffentlicher Teil des Fachtages dient dem Austausch und der Vernetzung der Verbundprojekte der Förderlinie sowie einem themenspezifischen interdisziplinären Doktorand/innenaustausch.

  • 10.02.2022, 9:00 Uhr – ca. 14:00 Uhr: Keynotes und Projektpräsentationen der Verbundprojekte der Förderlinie (öffentliche Veranstaltung für interessiertes Fachpublikum).
  • 10.02.2022, 15:00 Uhr – 18:00 Uhr: Doktorandenkolloquium der Förderlinie „Robotische Systeme für die Pflege“
  • 11.02.2022, 9:00 Uhr – 13:00 Uhr: Interaktive Workshops & Vernetzung (interne Veranstaltung der der Förderlinie „Robotische Systeme für die Pflege“)

Zum öffentlichen Teil der Veranstaltung ist interessiertes Fachpublikum herzlich eingeladen. Die kostenfreie Anmeldung sowie eine Agenda finden Sie unter diesem Link.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und eine rege Diskussion!

Person an Laptop

Projekt: Digitalisierungsprozesse der beruflichen Ausbildung in den Pflegeschulen (DibAP)

In der Pflegeausbildung und Pflegeschulentwicklung gewinnen digitale Anwendungen an Bedeutung. Der DigitalPakt Schule schafft für Pflegeschulen in Deutschland neue Fördermöglichkeiten, um Digitalisierungsprozesse der beruflichen Ausbildung voranzutreiben. Darüber hinaus unterstützen weitere Förderprogramme die Entwicklung und Erprobung digitaler Medien in der pflegeberuflichen
Bildung.
Nicht zuletzt in der Corona-Pandemie war es für viele Pflegeeinrichtungen notwendig, auf digitale Ausbildungsangebote umzustellen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat ein Forschungsprojekt an die Partner Institut Arbeit und Technik (IAT), Westfälische Hochschule (Gelsenkirchen) und Universität Osnabrück (UOS) vergeben, um Digitalisierungsprozesse der beruflichen Ausbildung in den Pflegeschulen zu untersuchen.
Das Forschungsprojekt fokussiert zum einen den Status-quo und den Wandel digitaler Infrastrukturen und Ausstattungsniveaus in Pflegeschulen (a). Zum anderen wird untersucht, wie digitale Anwendungen pädagogisch-didaktisch in die Pflegeausbildung eingebunden werden (b), welche Erfahrungen die Akteure in der pflegeberuflichen Ausbildung hiermit machen (c) und welche Anforderungen durch digitale Lehr- und Lernarrangements in der betrieblichen Ausbildungspraxis
entstehen (d). Die Frameworks „DigCompOrg“ und „DigCompEdu“ bilden den
analytischen Rahmen, das Untersuchungsdesign basiert auf einem Mixed-Methods-Ansatz. Im Ergebnis liefert das Forschungsprojekt Erkenntnisse auf folgen-
den Ebenen:

  • Analyse des Wandels digitaler Lehr- und Lernarrangements in Pflegeschulen,
  • Ableitung einer Typologie „Digitale Infrastrukturen & Bildungskonzepte in
    Pflegeschulen“,
  • Anpassung & Weiterentwicklung der analytischen Frameworks für das Feld
    pflegeberuflicher Ausbildung,
  • Ausarbeitung eines wissenschaftlich fundierten Konzepts zur Umsetzung &
    Begleitung von Digitalisierungsprozessen in der beruflichen Ausbildung in
    Pflegeschulen.
Sara Marquard nach der Disputation ihrer Dissertation mit Blumen vor dem Schloss der Universität Osnabrück

Dissertation zum Körpererleben von Frauen mit Brustkrebs

Unsere Kollegin Sara Marquard konnte am 02.12.2021 erfolgreich ihre Dissertation „Gezeichnet sein“ verteidigen und darf mit Veröffentlichung den Titel „Dr. phil.“ führen. Ihre von der Promotionskommission als ausgezeichnet bewertete Arbeit befasst sich mit dem Körpererleben von Frauen mit fortgeschrittener Brustkrebserkrankung in der letzten Lebensphase. Dazu führte Frau Marquard 22 qualitative Interviews durch, die Datenanalyse erfolgte primär anhand des dreistufigen Kodierverfahrens der Grounded Theory Methodologie nach dem Vorgehen von Strauss & Corbin. Frau Marquard hat mit ihrer Arbeit eine Grundlage zur Verbesserung der pflegerischen Versorgung von Frauen mit metastasiertem Brustkrebs geleistet, indem sie Aufschluss über das leibliche Erleben dieser vulnerablen Gruppe geben konnte. „Ich freue mich durch meine Arbeit den betroffenen Frauen eine Stimme geben zu können und hoffe auf Verbreitung meiner Ergebnisse vor allem in der Onkologie- und Palliativpflege. Die Arbeit wird im Frühjahr im Universitätsverlag Osnabrück erscheinen – ich danke Herrn Prof. Remmers als Herausgeber der Schriftenreihe Pflegewissenschaft und Pflegebildung.“ Wir gratulieren ganz herzlich und freuen uns auf weitere Ergebnisse ihrer Forschung.

Hartmut Remmers hält den neuen Band der Reihe Pflegewissenschaft und Pflegebildung.

Neue Technologien für die Pflege - Grundlegende Reflexionen und pragmatische Befunde

Mit diesem Werk ist eine weitere Buchveröffentlichung zu Themen rund um die Digitalisierung der Pflege in der Reihe Pflegewissenschaft und Pflegebildung erschienen. Der von Susanne Kreutzer, Nadin Dütthorn und Manfred Hülsken-Giesler herausgegebene Band diskutiert Grundlagen, um Chancen und Herausforderungen des Technikeinsatzes auf verschiedenen Ebenen darzustellen: in der pflegerischen Versorgung, in Institutionen der Pflege sowie in der Gesellschaft.
Dieser Band ist Hartmut Remmers gewidmet, der die V & R Reihe Pflegewissenschaft und Pflegebildung  begründet und in diesem Zusammenhang 20 Buchbände herausgegeben hat. Mit Herausgabe von Band 21, welcher in eigener Autorenschaft für 2022 geplant ist, zieht Hartmut Remmers sich aus der Herausgeberschaft zurück. „Wir danken Hartmut Remmers für die wertvollen Impulse zur Weiterentwicklung der Pflegewissenschaft, die mit dieser Buchreihe bereitgestellt wurden“, erläutert Manfred Hülsken-Giesler.

 

 

 

Chronik

  • 10.2021: Das Projekt „Take Care International” (TCI) erprobt und evaluiert das Serious Game Take Care und den pädagogisch-didaktischen Rahmen zum europaweiten Einsatz in Kontexten der Pflegeausbildung. Zu dem Zweck trifft sich der Verbund am 26.10. in Litauen, um bisherige Ergebnisse zu konsentieren und Spielerweiterungen zu konzipieren.
  • 08.2021: Das Projekt „Take Care International” (TCI) erprobt und evaluiert das Serious Game Take Care und den pädagogisch-didaktischen Rahmen zum europaweiten Einsatz in Kontexten der Pflegeausbildung. Die jüngsten Erhebungen zur Usability und Technikakzeptanz sowie zur Spielbewertung durch Studierende der Pflege an der FH Wiener Neustadt (Österreich) waren erfolgreich. Eine Pressemitteilung gibt einen ersten Einblick in die Ergebnisse.
  • 05.2021: Fachgebiet Pflegewissenschaft erstellt Gutachten „Digitale Technologien bei personenbezogenen Tätigkeiten“ für die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin“
  • 04.2021: Der Abschlussbericht des GePAG-Projektes „Gesunde Personalbemessung: Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung in Kontexten der systematischen Personalbemessung für die Pflege“ ist online.
  • 11.2020: Am 12.11.2020 hat Prof.in Dr.in Annette Riedel ihre Antrittsvorlesung zur Habilitation im Fachbereich Humanwissenschaften mit dem Schwerpunkt Pflegewissenschaft zum Thema „COVID-19 in der stationären Langzeitpflege – eine Krise stellt (neue) ethische Fragen“ gehalten. Herzlichen Glückwunsch!
  • 03.2019: Prof. Dr. Annett Horn als Vertretungsprofessorin verabschiedet
  • 01.2019: Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler übernimmt Lehrstuhl Pflegewissenschaft im IGB
  • 09.2019: Prof. Dr. Annett Horn übernimmt Vertretungsprofessur Pflegewissenschaft
  • 08.2018: Prof. Dr. Hartmut Remmers verabschiedet